Mahnwache „Für ein weltoffenes, buntes & tolerantes Greifswald“ vom 21.03.2016

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Seit August 2015 gibt es MVGIDA-Ableger in den meisten Städten
Mecklenburg-Vorpommerns. MVGIDA ist zwar nach dem Vorbild von PEGIDA
gebildet, jedoch im Nordosten maßgeblich ein von NPD-Mitgliedern
gesteuertes Netzwerk, so der klare Befund des Verfassungsschutzes. Über
die Diversität dieser rechten Strukturen informierte „Endstation Rechts“
gestern im St. Spiritus. Das Spektrum der rechten Organisatoren und
Demonstranten erstreckt sich von neonazistischen Kameradschaften über
NPD-Abgeordnete hin zu sogenannten Reichsbürgern und AfD-Sympathisanten;
dabei stets flüchtlingsfeindlich ausgerichtet. Erhofft werden sich
Zuläufe aus der bürgerlichen Mitte, wofür oft verschleiernde
Demonstrationsaufrufe und allgemein gehaltene Transparente und Plakate
entwickelt werden. Dies gelang aber nur zeitweise und auch nur sehr
begrenzt, so die Beobachtung von „Endstation Rechts“. Letztlich konnte
das Ziel, größere Massen zu mobilisieren, nicht erreicht werden, was
insbesondere dem breiten zivilgesellschaftlichen Protest zu verdanken
sei. In vielen Städten, so auch in Greifswald, waren die Bürger nicht
bereit, die Straßen den Nationalisten, Rassisten und Rechtspopulisten zu
überlassen. Die beiden Greifswalder MVGIDA-Ableger „Frieden, Freiheit,
Demokratie, Gerechtigkeit“ und „Greifswald wehrt sich“ zerstritten sich
zudem. Dass sich hinter diesen eigentlich konsensfähigen Worten jedoch
radikale Ansichten verbergen, konnte jeder Demo-Teilnehmer schnell
erfahren. Schlimmste Hetze gegen Homosexuelle, Juden, Flüchtlinge,
Andersdenkende und Relativierung der nationalsozialistischen Verbrechen
schreckten viele Menschen ab, so dass jüngst nur noch rund 60 Leute bis
zum Ende der letzten FFDG-Demonstration dabei blieben.

Das Bündnis „Greifswald für Alle“, das regelmäßig zu Mahnwachen aufruft, damit die
aus ihrer Sicht menschenverachtenden Parolen nicht unwidersprochen
bleiben, kann aber keine Entwarnung geben. Die letzten Erfolge von AfD
und NPD zeigen, dass viele Menschen aus Protest rechtspopulistische und
rechtsextreme Positionen mitzutragen bereit sind. Das Bündnis möchte
daher auch weiterhin Mahnwachen durchführen und ins Gespräch mit den
Bürgern kommen. Dies sei wichtig, denn es gibt auch viele berechtigte
Anliegen, die gehört und ernst genommen werden müssen. „Ein Erstarken
rechtsradikaler Positionen nur weil die Bevölkerung unzufrieden ist,
darf nicht sein. Wir müssen alle gemeinsam uns anstrengen, um
Verständigung und Solidarität mit Schwächeren zu ermöglichen,“ so die
Bündnismitglieder von „Greifswald für Alle“.

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